{"id":99,"date":"2020-04-06T13:57:01","date_gmt":"2020-04-06T13:57:01","guid":{"rendered":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/?p=99"},"modified":"2022-06-21T06:40:15","modified_gmt":"2022-06-21T06:40:15","slug":"wie-real-ist-der-vorsprung-realer-events","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/?p=99","title":{"rendered":"Wie real ist der Vorsprung realer Events?"},"content":{"rendered":"\n<h2>Wie real ist der Vorsprung realer Events?<\/h2>\n\n\n\n<h3><strong>Oder: Was wir von virtuellen Events in Sachen Content lernen k\u00f6nnen. <\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Dass alternative Eventformate derzeit boomen, ist alles andere als \u00fcberraschend. Doch f\u00fcr alle, denen das Sorgen bereitet: Virtuelle Events werden die realen nach der Krise nicht abl\u00f6sen. Denn dass die Menschen nach Corona wieder auf echte Erlebnisse, auf reale Begegnungen dr\u00e4ngen werden, sp\u00fcrt man mit jedem weiteren Tag in Quarant\u00e4ne an sich selbst \u2013 <strong>st\u00e4rker und st\u00e4rker und st\u00e4rker<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Dennoch stellt sich die\nFrage: Wird unsere Branche nach der derzeitig \u00e4u\u00dferst schwierigen Krise einfach\nweitermachen k\u00f6nnen wie bisher? Reicht der grundlegende Menschheitsdrang, pers\u00f6nlich\nmiteinander kommunizieren und in Kontakt treten zu wollen, als Existenzbegr\u00fcndung\naus? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das Beste, was wir zum jetzigen\nZeitpunkt \u2013 im Homeoffice festsitzend \u2013 tun k\u00f6nnen, ist uns dar\u00fcber Klarheit\nverschaffen, was da jeweils genau passiert: Bei einem realen Event \u2013 und einem\nvirtuellen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Der Versuch, die Sachlage zu ordnen, f\u00fchrt uns ziemlich schnell zum Oberbegriff \u201eKommunikation\u201c. Und es wird auch schnell klar, dass alle Veranstaltungsarten, seien sie analog oder virtuell, versuchen, m\u00f6glichst effektiv und effizient zu kommunizieren. Soweit so gut. Gehen wir eine Stufe weiter, lassen sich verschiedene Arten der Kommunikation unterscheiden. Und hier kommen wir dann zur Kernfrage: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large\"><p>Welche Arten von Kommunikation erf\u00fcllt eigentlich ein realer Event? Welche ein virtueller? Und was schlie\u00dft sich jeweils aus?<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das erste, was beim Medium \u201erealer\nEvent\u201c in den Sinn kommt, sind sch\u00f6n gestaltete Orte mit gutem Essen und\nTrinken und manchmal cooler Musik. Da man in der Regel eine Anreise hinter sich\nhat, muss man sich auch k\u00f6rperlich bewegen, um das Medium \u201erealer Event\u201c zu\nkonsumieren. Und das erm\u00f6glicht dann diese spezifische <strong>direkte, pers\u00f6nliche,\nganzheitliche <\/strong>und<strong> \u00e4u\u00dferst unkomplizierte Art der Kommunikation<\/strong> mit\nanderen. Man erfasst sein Gegen\u00fcber in seiner Gesamtheit, kann charmant und\nlocker sein, miteinander reden und lachen. An solch einem Event w\u00fcrden wir\njetzt alle gerne teilnehmen, richtig? 1:0 f\u00fcr reale Events, w\u00fcrde ich sagen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Anders beim Medium \u201evirtueller Event\u201c. Hier ist alles digital und besteht aus: Webseiten, Apps, Webinare, gefilmte Interviews, Umfragetools etc. Alle bleiben zu Hause und loggen sich mit ihren Devices ein. Geht deutlich schneller \u2013 man ist aber auch deutlich schneller wieder weg. Haben es alle erfolgreich geschafft <em>(\u201eIch kann dich nicht h\u00f6ren \u2013 ah, jetzt\u2026\u201c),<\/em> k\u00f6nnen virtuelle Events \u2013 bis eben auf das Direkte, Pers\u00f6nliche und Ganzheitliche \u2013 auch alle Arten der Kommunikation herstellen. Das kann von der reinen Informations\u00fcbermittlung bis zur hochgradigen Interaktion alles sein. Aber auch mehr und mehr Informelles \u2013 also Partyelemente \u2013 werden in virtuelle R\u00e4ume \u00fcbertragen, wie man derzeit an virtuellen Kaffeetreffen im Kollegenkreis oder auch an der digitalen <a href=\"https:\/\/youtu.be\/jAl2wGPzu6c?t=1963\">Abschlussparty des #WirVsVirus Hackathon<\/a> sehen kann. Dann steht es jetzt also real vs. virtuell 1:1?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large\"><p>Die Eventdesigner unter uns h\u00f6re ich hier leidenschaftlich widersprechen: <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Alle diese genannten Kommunikationsarten der virtuellen Events beherrschen wir Live-Profis doch auch rauf und runter! Aber zus\u00e4tzlich noch die event-unique direkte, pers\u00f6nliche und ganzheitliche Kommunikation, die im virtuellen Raum eben nicht stattfinden kann. Es steht also, da k\u00f6nnen sich die Digitalprofis noch so sehr ins Zeug legen, immer mindestens 2:1, 3:2, 4:3 etc. Der reale Event gewinnt immer, der Vorsprung ist eingebaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das ist absolut richtig. Das\nProblem ist nur, dass wir in der Eventbranche uns oft allein auf diesen knappen\nVorsprung verlassen. Und dann kann sich dieses 1:0 ziemlich schnell zu einem\nEigentor entwickeln. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Warum ist das so? Nun, ein\nEvent, wie ich ihn oben skizziert habe, ist absolut allgemeing\u00fcltig. Wir haben\nnoch gar nicht gekl\u00e4rt, worum es \u00fcberhaupt gehen soll, was eigentlich\nkommuniziert werden soll. So ist er ein Rahmen ohne Inhalt, k\u00f6nnte von jedem\nUnternehmen, ohne Ziel und au\u00dfergew\u00f6hnliche Kernbotschaft veranstaltet werden.\nUnd genau das ist leider viel zu oft der Fall! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Bei einem virtuellen Medium w\u00fcrde\ndas so niemals passieren. Aus dem einfachen Grund, dass hier die Bildschirme\nimmer erst einmal schwarz sind. Deshalb konzentriert sich von Anfang an alles\nauf den Inhalt. Deshalb <em>muss<\/em> man zuerst zahlreiche Gedanken auf das\nKonzept verwenden, will man wirklich au\u00dfergew\u00f6hnliche Kommunikationserlebnisse\nschaffen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wenn wir jetzt als Vertreter der Eventbranche, den Umst\u00e4nden der Zeit geschuldet, beginnen, virtuelle Events durchzuf\u00fchren, sollte uns bewusst sein, dass es f\u00fcr uns in Wahrheit \u2013 wie f\u00fcr alle anderen schon immer \u2013 0:0 steht. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large\"><p>Mehr noch: dass wir gerade eigentlich die Jobs von Web-, UX-, Interaktions-Designern sowie Film- und Fernsehproduzenten machen. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Und wir uns daher notgedrungen viel mehr als bisher auf die Inhalte konzentrieren <em>m\u00fcssen<\/em>. Da uns eben sprichw\u00f6rtlich die Hotelbar und die coole Musik als strategische Pluspunkte f\u00fcrs sichere 1:0 fehlen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das k\u00f6nnen wir allerdings als Chance begreifen. Wenn wir jetzt als Eventdesigner eine st\u00e4rkere Konzentration auf die Inhalte zum Wesen unseres Handwerks machen und dies nach der Krise einfach beibehalten, dann werden k\u00fcnftig Events entstehen, bei denen deutlich h\u00f6here Ergebnisse herauskommen als nur ein 1:0. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wir selbst werden dann nicht mehr nur als die \u201eEvent-Organisierer\u201c wahrgenommen, die einen Ort sch\u00f6n gestalten und f\u00fcr gutes Essen und Trinken sorgen. Sondern wir k\u00f6nnen uns als Kommunikationsexperten pr\u00e4sentieren, die reale mit virtuellen Erlebnissen geschickt verbinden \u2013 und mit Hilfe des 1:0 Vorsprungs den Content f\u00fcr die virtuelle Web- und Social-Media Auswertung produzieren. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie real ist der Vorsprung realer Events? Oder: Was wir von virtuellen Events in Sachen Content lernen k\u00f6nnen. Dass alternative Eventformate derzeit boomen, ist alles andere als \u00fcberraschend. Doch f\u00fcr alle, denen das Sorgen bereitet: Virtuelle Events werden die realen nach der Krise nicht abl\u00f6sen. 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