{"id":36,"date":"2019-11-21T14:30:37","date_gmt":"2019-11-21T14:30:37","guid":{"rendered":"http:\/\/testing.eventthinking.org\/blog\/?p=36"},"modified":"2021-08-27T07:53:54","modified_gmt":"2021-08-27T07:53:54","slug":"events-im-digitalen-zeitalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/?p=36","title":{"rendered":"Events im digitalen Zeitalter"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"629\" src=\"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/earth-2254769_1920-1024x629.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-35\" srcset=\"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/earth-2254769_1920-1024x629.jpg 1024w, https:\/\/eventthinking.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/earth-2254769_1920-300x184.jpg 300w, https:\/\/eventthinking.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/earth-2254769_1920-768x472.jpg 768w, https:\/\/eventthinking.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/earth-2254769_1920.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2><strong>Oder: Weshalb\nmittlerweile 30 Sekunden gen\u00fcgen, um Ihre Zuschauer zu verlieren.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Dass wir in Zeiten des digitalen Umbruchs\nleben, pfeifen die Spatzen landauf und landab von allen D\u00e4chern. Auch die\nEventbranche sp\u00fcrt, dass sich vieles \u00e4ndert \u2013 oft werden allerdings nur\ntechnische Neuerungen in den Betrachtungsfokus genommen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">An dieser Stelle soll einmal genauer untersucht werden, wie sich die Wahrnehmungsgewohnheiten der Menschen im digitalen Umfeld ver\u00e4ndern. Denn die technischen Entwicklungen entscheiden auch \u00fcber unser Wahrnehmungsverhalten bzw. sogar \u00fcber die uns angebotenen Inhalte. <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"So nimmt beispielsweise die Plattform Spotify mittlerweile erheblichen Einfluss auf das Verhalten von Komponisten (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/musik-streaming-sekunden-die-den-pop-veraendern-1.3734114\" target=\"_blank\">So nimmt beispielsweise die Plattform Spotify mittlerweile erheblichen Einfluss auf das Verhalten von Komponisten<\/a>. Da der Streaming-Dienst abgespielte Songs erst ab 30 Sekunden z\u00e4hlt, diese Z\u00e4hlung aber f\u00fcr Musiker und Plattenlabes \u00e4u\u00dferst relevant ist, komponieren nun viele auf diese 30 Sekunden-Schwelle hin und m\u00f6chten so erreichen, dass die umworbenen Zuh\u00f6rer \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 fr\u00fchestens danach weiterskippen. So z\u00e4hlt Spotify die Wiedergabe des Liedes und dieses steigt in allerlei Rankings, die wiederum f\u00fcr den Erfolg der Macher entscheidend sind. <\/p>\n\n\n\n<h3>Was haben diese 30 Sekunden nun aber mit einem Event zu tun?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"> Nun, aus der Wahrnehmungsperspektive der Zuh\u00f6hrer bzw. Zuschschauer ist ein Popsong (wie auch ein Film, ein Theaterst\u00fcck, ein Konzert oder auch ein Buch) ein Medium, das man \u00fcber einen bestimmten Zeitverlauf wahrnimmt. Ein Element folgt auf das andere, man kann auch sagen, die Elemente \u201elaufen linear ab\u201c. Ein Gegenbeispiel eines nicht-linearen Mediums ist ein Bild: Hier bietet sich dem Betrachter alles auf einmal und er kann selbst entscheiden, welchem Detail er sich wann zuwendet. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Was lineare Medien und so auch Events angeht,\ngibt es nun eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist: Noch wurde\nkeine App erfunden, mit der ein gelangweilter Zuschauer einen Akteur von der\nB\u00fchne skippen k\u00f6nnte. Die schlechte Nachricht ist jedoch: Bei einem Event\nreicht es, wenn der Zuschauer im Kopf weiterskippt und gedanklich abschweift,\num den Kommunikationserfolg zunichte zu machen. Was man ihm nach seinem\ninnerlichen Weiterskippen zuwirft, wird ihn nicht mehr erreichen, da seine\nAufmerksamkeit nicht auf den Absender gerichtet ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Nun l\u00e4sst sich beobachten, dass im digitalen\nZeitalter aufgrund der vielf\u00e4ltigen Verf\u00fcgbarkeit immer detaillierter\ndurchdachten Medien, die Zuschauer immer schneller weiterskippen. Nicht nur die\nKomponisten auf Spotify reagieren auf diesen Umstand. Auch professionell\nerstellte Videos in Social Media Kan\u00e4len versuchen, besonders energiegeladen\nund vielversprechend zu beginnen, um ihre Zuschauer m\u00f6glichst lange zu fesseln.\nWas soll man als Eventkonzeptioner daraus folgern? Etwa k\u00fcnftig auch laut\nschreiend seine Veranstaltung zu beginnen \u2013 \u201eGUTEN ABEND MEINE SEHR VEREHRTEN\nDAMEN UND HEEERRREEEEN!!!\u201c?!? Wohl eher nicht\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Betrachtet man genauer, worauf die Konzeptioner\nder Medien etwa f\u00fcr Spotify oder YouTube abzielen, dann f\u00e4llt auf, dass diese\nbeim Zuschauer vor allem Spannung wecken wollen. Sie wollen ihn neugierig\nmachen auf das, was nach den f\u00fcr sie entscheidenden 30 Sekunden kommt. Sie\nversuchen zu erreichen, dass der Zuschauer ihnen m\u00f6glichst lange folgt. Dieses\n\u201egespannte Folgen\u201c des Zuschauers wird klarer, wenn man sich mit Drehbuch- oder\nTheatertheorie besch\u00e4ftigt: Ein Film ist ein ausgekl\u00fcgeltes Werk, in dem ein Ereignis\nauf das andere (ab)folgt. Aus dieser Abfolge entsteht ein Spannungsbogen und\nsomit eine fesselnde Geschichte. Denken Sie an einen guten Thriller: Wenn Sie\nihn sehen, bekommen Sie da einen Impuls zum weiterskippen? Nein, der\nausgefeilte Spannungsbogen h\u00e4lt sie gespannt und \u201ezieht\u201c sie vom Anfang bis zum\nEnde durch den Film. Auf jeweils eigene Weise funktioniert das auch bei anderen\nguten Filmgenres. Und bei den wirklich guten Filmen sogar beim wiederholten\nAnsehen.<\/p>\n\n\n\n<h3>Und wie funktioniert das bei Events?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Geht es also darum, eine erfolgreiche\nVeranstaltung zu konzipieren und alle gew\u00fcnschten Emotionen und Informationen\nzu kommunizieren, ist es essenziell, dass beim Betrachter keine Impulse zum\nWeiterskippen im Kopf aufkommen. Diese sind wiederum ausgeschlossen, solange\nder Zuschauer \u201egespannt\u201c bleibt. Gespannt ist ein Zuschauer, wenn er darauf\nwartet, dass etwas Bestimmtes passiert oder entschieden wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Um dieses gespannte Interesse zu erreichen,\nm\u00fcssen zwei Faktoren gegeben sein: Erstens muss man Zugang zum Gebotenen\nfinden, man muss also \u201egespannt\u201c werden. Das ist der Zeitpunkt, wenn man dem\nSpannungsbogen zum ersten Mal folgt. Dazu muss f\u00fcr den Zuschauer etwas unklar\nwerden, an dessen Kl\u00e4rung er interessiert ist. Oder ein Konflikt wird\ndargelegt, und man bleibt so lange gespannt, bis sich dieser wieder aufl\u00f6st. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Ungekl\u00e4rtes oder Konflikte eignen sich also\nsehr gut, um die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Es muss aber\nnicht unbedingt von Anfang bis Ende der gleiche Konflikt sein. Diese k\u00f6nnen\nsich abwechseln. Empfehlenswert ist nur, dass die L\u00f6sung eines Konflikts\njeweils den neuen Konflikt oder das neue Ungekl\u00e4rte ausl\u00f6st. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Besonderes Augenmerk sollten Sie auf das\nerstmalige Gespanntwerden Ihrer Zuschauer legen \u2013 sowie auf die letzte\nAufl\u00f6sung eines Konflikts oder Geheimnisses.&nbsp;\n(Da man nat\u00fcrlich die Zuschauer \u00fcber die gesamte Dauer der Veranstaltung\nin Spannung versetzen m\u00f6chte, ist das der Anfang und das Ende des Events.) Wenn\nman mit Unklarheit, die es zu kl\u00e4ren gilt, arbeiten m\u00f6chte, dann funktioniert\ndas nur, wenn diese Kl\u00e4rung f\u00fcr den Betrachter auch interessant ist. Mit\nanderen Worten: wenn es f\u00fcr ihn um etwas geht. Falls sich dieses Etwas erst in\nder Zukunft realisieren wird, dann ist es auch von Bedeutung, mit welcher\nStimmung der Event zu Ende geht \u2013 und eben diese Zukunft beginnt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Nat\u00fcrlich ist der dramaturgische Spannungsbogen\nkeine Erfindung des digitalen Zeitalters. Wir kennen ihn im Grunde seit\nAristoteles, und der hat ihn nicht erfunden, sondern nur analytisch\nbeschrieben. Und auch bei Corporate Events ist eine wohldurchdachte Dramaturgie\nmit Sicherheit kein Novum. Neu ist aber, wie verw\u00f6hnt die Zuschauer heute in\nZeiten der st\u00e4ndigen Verf\u00fcgbarkeit extrem ausgefeilter linearer Medien sind.\nDas macht es nicht grade leichter, die Teilnehmer in Spannung zu versetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Darin liegt allerdings auch eine Chance: Wem es mit den richtigen Mitteln gelingt, f\u00fcr sein Business Event wirkungsvolle Spannungsb\u00f6gen und Energiekurven zu konzipieren und umzusetzen, der wird aus der Masse herausstechen \u2013 und ein Feedback bekommen, auf das viele andere vergeblich warten. Und dieses Feedback kann durchaus wieder auf der digitalen Ebene stattfinden. Denn gute Veranstaltungen schaffen auch authentischstes Videomaterial f\u00fcr eine digitale Auswertung. Wie das geht, kann man sich \u2013 besonders gelungen \u2013 <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9hUIxyE2Ns8\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">bei Steve Jobs abschauen<\/a> oder auch <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"bei vielen TED-Konferenzen (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/www.ted.com\" target=\"_blank\">bei vielen TED-Konferenzen<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder: Weshalb mittlerweile 30 Sekunden gen\u00fcgen, um Ihre Zuschauer zu verlieren. Dass wir in Zeiten des digitalen Umbruchs leben, pfeifen die Spatzen landauf und landab von allen D\u00e4chern. Auch die Eventbranche sp\u00fcrt, dass sich vieles \u00e4ndert \u2013 oft werden allerdings nur technische Neuerungen in den Betrachtungsfokus genommen. An dieser Stelle soll einmal genauer untersucht werden, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36"}],"collection":[{"href":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=36"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":119,"href":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36\/revisions\/119"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=36"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=36"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eventthinking.org\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=36"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}